Aalto Ballett Theater Essen

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Roland Petit wurde in Villemomble (bei Paris) geboren. Schon früh entdeckte er seine Liebe zum Tanz, Theater und Film, kam als Neunjähriger in die Ballettschule der Pariser Oper, wo er seine tänzerische Ausbildung absolvierte. Nach Kriegsende verließ er dieses Haus und wurde Mitbegründer, Tänzer und Choreograph in den „Les Ballets des Champs-Elysées“, woraus 1947/48 seine Compagnie „Les Ballets de Paris“ hervorging. Eines seiner berühmtesten Ballette stammt aus dieser Zeit: „Carmen“ mit der herausragenden Primaballerina und Schauspielerin Renée Marcelle (Zizi) Jeanmaire, die später seine Frau wurde, und Petit als Don José (London 1949).

Petit, den ein gemeinsames Wirken mit Künstlern wie Jean Cocteau, Jean Anouilh, Pablo Picasso, Max Ernst, Henri Dutilleux, Yves Saint-Laurent und Christian Dior verband, arbeitete mit zahlreichen Tanzcompagnien wie dem damaligen Sadler’s Wells (heute Royal) Ballet London und dem Königlich Dänischen Ballett Kopenhagen und kreiert(e) Ballette für „Le Ballet de l’Opéra de Paris“, „The American Ballet Theatre“, für die Compagnien der Staatsoper und Deutschen Oper Berlin und das „Teatro alla Scala di Milano“. 

Ferner galt sein Interesse auch dem Musical- und Filmbereich wie dem Varieté – er und Zizi leiteten in den 1970er Jahren das Revuetheater „Le Casino de Paris“. 1972 gründete er sodann die „Ballets de Marseille“ (später „Ballet National de Marseille-Roland Petit“), die er bis 1998 leitete. Diese Compagnie - wie auch ihr Schöpfer - war und ist nach wie vor weltweit tätig und präsentiert auf zahlreichen Tourneen die Ballette dieses außergewöhnlichen Künstlers, der zu den profiliertesten Persönlichkeiten des zeitgenössischen (französischen) Balletts des 20./21. Jahrhunderts gehört. 

Sein Oeuvre enthält Handlungs- und Literaturballette sowie weitere Werke (u.a. „Le Jeune homme et la mort“, „Les Demoiselles de la nuit“, „Cyrano de Bergerac”, „Notre-Dame de Paris“, „Paradise Lost“, „Pelléas et Mélisande“, „Pink Floyd Ballet, „La Rose malade“, „Les Intermittences du coeur“, „Nana“, „Le Fantôme de l’Opéra”, „Der blaue Engel (Professor Unrat)“, „Mère Mediterranée“, „Chéri“, „Clavigo“, „L’Arlésienne“, „La Symphonie fantastique“. Eine seiner letzten Arbeiten für die Bühne ist u. a. „Les chemins de la création“ (2004). Ferner veröffentlichte er 1993 seine Memoiren „J’ai dansé sur les flots“. Der vielfach mit Preisen ausgezeichnete Roland Petit ist Träger mehrerer Verdienstorden, mehrfacher „Chevalier“ und „Officier“ der Künste und Literatur sowie Mitglied der Ehrenlegion.

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